Kyle & Jason - The Beginning - Seite 6

Kapitel 2

Die Verführung

Es war schon Donnerstag und noch immer hatte Kyle nichts von Jason gehört. Langsam glaubte er, alles nur geträumt zu haben. Nur sein Körper erinnerte ihn immer und immer wieder daran, dass es tatsächlich passiert war, denn irgendwie hatte der in der Zwischenzeit ein immenses Eigenleben entwickelt.

Kyle wachte morgens auf und musste feststellen, dass seine Schlafanzughose feucht war. Er hatte bislang seiner Sexualität nie viel Beachtung geschenkt, lieber hatte er bis zur Erschöpfung trainiert. Aber nun konnte er sich dem nicht mehr entziehen und er befriedigte sich mehrfach am Tag und in der Nacht.

Seine Gedanken kreisten dabei ausschließlich um Jason. Er sah sein markantes Gesicht vor sich. Seine sanften Lippen, diese stechenden Augen. Er spürte seine Lippen auf seiner Haut, wenn er nur die Augen schloss.

Er konnte das doch nicht alles nur geträumt haben!

Kyle hatte Jason seit diesem unverhofften Treffen nicht mehr gesehen. Nur einmal aus der Ferne in der Schule und da hatte er am Handy telefoniert. Es hatte Kyle einen Stich versetzt, daran zu denken, dass auf diesem Handy ein geheimnisvolles Foto von ihm war. Nein, nicht nur eins, sogar zwei.

Ob Jason sie noch besaß, oder ob er ihn schon vergessen hatte?

Kyle versuchte sich an diesem Tag, nach der Schule, im Fitness-Studio abzulenken und war froh, ein paar Stunden an etwas anderes denken zu können.

 

Es war nach 17 Uhr, als Jason den ersehnten Anruf bekam, auf den er seit Stunden wartete. Lächelnd ging er zum Wagen und stieg hinten ein.

Es dauerte noch zwanzig Minuten, bis er Kyle auf die Straße treten sah.

Der hatte seine Sporttasche geschultert. Er war frisch geduscht, seine Haare waren noch feucht. Er trug eine Trainingshose, T-Shirt, darüber eine Trainingsjacke mit Kapuze, die offen war, und Sneakers.

Er starrte missmutig zum Himmel, setzte die Kapuze auf und machte sich auf den Weg zur Bushaltestelle. Jetzt fing es auch noch an zu regnen.

Verärgert stellte er fest, dass er den Bus gerade verpasst hatte und 20 Minuten warten musste. Er setzte sich im Bushaltestellen-Häuschen verdrießlich auf die Bank.

Als sein Handy klingelte, sah er zum ersten Mal seit Tagen nicht aufs Display, sondern ging sofort ran.

„Ja?“, brummte er.

„Hast du Lust, zu mir in den Wagen zu steigen?“ Jasons raue und doch sanfte Stimme drang an sein Ohr und er sprang wie von der Tarantel gestochen hoch.

Jason hatte genau den Moment erwischt, an dem Kyle zum ersten Mal seit Tagen nicht mehr an ihn gedacht hatte.

Auf einmal stand Kyle erneut unter Strom und sah sich um.

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