Luke & Tim - Bound Passion - Seite 20

Also welche Rolle hatte Jake bei der ganzen Geschichte gespielt? Das hieß, sofern sie wirklich stattgefunden hatte.

Phil nahm das Funkgerät und sagte dem Helikopterpiloten Bescheid, der den Hubschrauber etwa hundert Meter entfernt auf einer Lichtung abgesetzt hatte. „Wir sind in ein paar Minuten da“, gab er durch.

Mary-Beth strich Tim durch die verstrubbelten Haare, doch er zog den Kopf weg. „Bitte, lass mich“, murmelte er gepresst.

„Dir geht’s nicht gut, hm?“

Tim starrte sie fassungslos an. Seine Gefühle waren nur noch ein heilloses Durcheinander und er wusste nicht mehr, was er glauben sollte. Hatte er das alles nur geträumt?

Es gelang ihm, den Kopf zu schütteln und diesen dann zu senken. Wieder blieb sein Blick an den Aussparungen im Fußboden hängen.

 

Wenig später hatten sie den Weg zum Helikopter hinter sich gelassen und flogen vom Berg. Seine Freundin wich ihm nicht von der Seite und auch die beiden Bergführer waren mit dabei.

Tim hatte sich noch nie im Leben so verunsichert gefühlt.

Gedankenverloren knöpfte er sein Holzfällerhemd an den Ärmeln zu.

Er hatte keine Ahnung, wie lange er gefesselt gewesen war, aber vermutlich gab es davon Spuren auf seinem Körper. Sperma auf seinem Bauch. Er konnte fast die heißen Spritzer auf seiner Haut spüren und er wollte auf keinen Fall, dass irgendjemand diese Spuren bemerkte, sollten sie denn existieren.

Verstohlen konzentrierte er sich auf seine Zunge, die mehrmals Elektroschocks ausgesetzt gewesen war und doch fühlte er keine Nachwehen. Keine Stelle war taub. Aber er hatte keine Ahnung, ob das in der Tat zu erwarten wäre.

Unten im Tal wartete ein Krankenwagen auf ihn, doch er wollte nichts so sehr, als nach Hause und die Tür hinter sich schließen. Er musste unbedingt alleine sein. Und nachdenken.

Sich vor den Sanitätern und Mary-Beth möglicherweise zu entkleiden, ließ Beklemmung in ihm aufsteigen. Also würde er alles daransetzen, dass dies auf keinen Fall geschah.

Die Sanitäter checkten ihn durch und außer einer massiven Erschöpfung konnten sie nichts weiter feststellen.

Da Tim klar genug im Kopf war, um zu widersprechen, zwang ihn auch niemand zu etwas, was er nicht wollte.

Auf eigenen Wunsch wurde Tim nicht in ein Krankenhaus gebracht.

Er ließ Mary-Beth alleine den langen Weg nach Hause fahren. Die Fahrt dauerte über zwei Stunden, doch er sprach kein Wort. Er tat so, als würde er schlafen, was aber nicht der Fall war. Sein Hirn arbeitete indes auf Hochtouren.

Was war passiert?

Wie war es passiert?

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