Luke & Tim - Bound Passion - Seite 21

War es passiert?

Daheim angekommen gelang es ihm nur mit Mühe, Mary-Beth abzuwimmeln und sie eindringlich darum zu bitten, ihn allein zu lassen.

„Vielleicht brüt’ ich was aus, Magen-Darm oder so … du hast ’ne anstrengende Woche vor dir. Du solltest das nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagte er mühsam beherrscht. „Ich will nur schlafen.“

Er spürte Übelkeit aufsteigen, wenn er ihr in die Augen sah.

Schuldgefühle.

Schuldgefühle, sie betrogen zu haben.

Schuldgefühle, sie noch dazu mit einem Mann betrogen zu haben.

In diesem Moment wurde ihm zum ersten Mal klar, dass er sie nicht weiter anlügen wollte. So konnte es einfach nicht weitergehen.

„Wenn wir mal zusammenwohnen, dann müssen wir da auch durch, Honey! Es macht mir nichts aus, hierzubleiben und sicherzustellen, dass es dir gut geht. Auch wenn du dich sofort hinlegen willst und einfach nur schlafen möchtest.“ Doch dann traf sie ein Blick, den sie noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte und sie wich zurück.

„Bitte, lass mich allein“, bat er mit leiser, aber äußerst angespannter Stimme. „Zwing mich nicht, es dir noch einmal zu sagen! Ich fühl mich einfach nur zum Kotzen!“

„Okay. Schon gut.“ Sie schlang schützend die Arme um ihren Körper.

Irgendetwas in seinen blauen Augen warnte sie, hier weiterzugehen. Sie ahnte dumpf, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Das war nicht ihr Tim.

Tim hingegen beherrschte sich gerade noch, sie nicht einfach vor die Tür zu setzen. Zähneknirschend bedankte er sich für ihre Hilfe und schloss die Augen, als es ruhig wurde und er endlich alleine war. Seufzend ließ er die Stirn gegen die Eingangstür sinken, während er abschloss.

Langsam verflog die Übelkeit und er stieß sich ab. Als er die Bergstiefel ausgezogen hatte, fiel sein Blick auf seinen Rucksack.

Er nahm ihn hoch und trug ihn ins Schlafzimmer, wo er ihn neben das Bett fallen ließ.

Er blickte in den Spiegel und sah die Verunsicherung in seinen Augen.

Schließlich öffnete er die Knöpfe seines Hemds, schob die Ärmel zurück und prüfte die Handgelenke. Nichts, aber rein gar nichts deutete darauf hin, dass er gefesselt gewesen war.

Hatte er sich das alles wirklich nur eingebildet?

Was für Drogen konnten so einen Trip heraufbeschwören?

Einen Trip in die tiefsten Sehnsüchte seiner Seele?

Hatte das Magnesium diesmal Wahnvorstellung ausgelöst?

Nein, das konnte nicht sein, normalerweise war ihm nur für Stunden übel und er musste sich hinlegen. Genau das hatte er getan. Ungewollt. Bis Luke aufgetaucht war, musste das Schlimmste schon vorbei gewesen sein, denn er hatte bei ihrer Begegnung keine Nachwehen des Magnesiums mehr gespürt.

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