Kyle & Jason - The Beginning

Nun hatte er nur noch auf den richtigen Moment gewartet, ihn außerhalb der Schule abzupassen. „Also warum sollte ich dich nicht heimfahren? Schließlich musst du, soweit ich weiß, durch die ganze Stadt“, fuhr er fort.

„Klar gerne!“

„Sagst du mir die genaue Adresse?“ Jason kannte seine Adresse natürlich. Er hatte sich gut informiert, aber das wäre Kyle in diesem Moment sicherlich seltsam vorgekommen, also verschwieg er es.

Kyle nannte sie ihm und Jason gab sie per Sprechanlage an den Chauffeur weiter.

Der Wagen setzte sich in Bewegung und Kyle sah, dass der Bereich zum Fahrer mit einer dunklen Scheibe abgetrennt war. Er war irgendwie erleichtert, sich nicht laufend durch Blicke in den Rückspiegel beobachtet zu fühlen und entspannte sich etwas, wenn die Situation auch äußerst ungewöhnlich war. Ansonsten war der Wagen extrem geräumig, doch Kyle war zu abgelenkt, um sich wirklich umzusehen.

Jason trug eine dunkle Hose und ein dunkles Hemd über der Hose. Dazu schwarze Schuhe und Socken, sowie eine silberne Kette mit einem Anhänger, den Kyle nicht erkennen konnte. Er musterte Kyle wohlwollend.

„Du trainierst im Fitness-Studio, nicht wahr?“, fragte Jason beiläufig.

Kyle nickte. „Regelmäßig. – Aber von Ihrer Kondition bin ich meilenweit entfernt, Sir!“

Jason lachte und der Blick, der Kyle streifte, ließ ihn kurz erschauern.

Er hatte keine Ahnung warum.

„Ich bin schon seit 20 Jahren im Kampfsport-Geschäft. Der direkte Vergleich wäre also äußerst unfair, meinst du nicht?“

„Vermutlich.“ Kyle nickte erleichtert. Er hätte nie gedacht, dass ein Gespräch mit Montgomery so angenehm und ungezwungen sein könnte. Na ja, er hätte auch nie damit gerechnet, von ihm in diesem tollen Wagen nach Hause gefahren zu werden.

Jason musterte den Jungen eingehend.

Er war knapp 1,80m schätzte er, was ihm gegenüber den Jungs in der Schule einen eklatanten Nachteil bescherte. Und vor allem bei den Mädchen. Die wollten große, breite Jungs. Kyle war nicht besonders breit. Er war gut trainiert, aber dabei schlank und geschmeidig wie eine Katze. Er hatte dunkelblonde, kurze Haare, braune Augen und Sommersprossen. Grübchen und sanfte Lippen.

Er war ein ansehnlicher, sportlicher junger Mann.

Jason hatte schon länger ein Auge auf den zurückhaltenden, gutaussehenden Schüler der Oberstufe geworfen, dessen geschmeidiger Körperbau ihn extrem antörnte. Aber auch das sagte er ihm natürlich nicht.

„Aber ein paar Bauchmuskeln hast du doch schon, oder?“, fragte Jason dann äußerst direkt und zeigte mit dem Kinn Richtung Kyles Bauch.

Der schluckte merklich und wurde rot. „Uhm … na ja, ein wenig … aber nicht das, was Sie sonst so …“

„Sonst so interessiert hier aber gerade nicht wirklich!“, unterbrach ihn Jason mit leiser Schärfe. „Ich spreche nicht von durchtrainierten Kämpfern. Ich spreche von dir.“

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