Kyle & Jason - The Power of Love

Kapitel 1

Durchgedreht

Jason lag in seinem Bett und genoss es, Kyle so dicht bei sich zu spüren, während er verliebt in dessen braune Augen mit den winzigen goldenen Punkten in der Iris blickte.

„Morgen, Süßer.“

„Morgen, Jay.“

Jason küsste ihn, wie jeden Morgen, wenn sie zusammen aufwachten, und ließ seine freie Hand über Kyles jugendlich, weiche Haut gleiten. Er hörte Kyle seufzen, als er seinen Goatee einsetzte und mit diesem langsam seinen Hals entlang fuhr. Wie üblich reagierte Kyles Körper mit einer stetig wachsenden Gänsehaut.

Jason hielt sich kurz damit auf, an seinen hart gewordenen Brustwarzen zu saugen, bevor er schließlich von diesen abließ und sich tiefer nach unten vorarbeitete. Er küsste seinen Nabel und sah dann kurz auf, um zu sehen, wie Kyle seine kleine Morgenaktion gefiel. Der hatte die Augen geschlossen und die Finger in seinen Haaren vergraben. Er spürte, wie Kyle ihn mit leichtem Druck dazu aufforderte, weiterzumachen. Jason lächelte und küsste Kyles Bauch.

Doch der war plötzlich feucht und klebrig und Jason schrak zurück. Blut … Plötzlich war überall Blut.

Dann veränderte sich das Bild der süßen Erinnerungen und Jason sah wie Kyle sich von ihm entfernte, immer weiter verschwand er in der Dunkelheit.

Jason rannte hinter ihm her, einen endlos langen, dunklen Gang entlang.

Am Ende des Ganges brauchte jemand seine Hilfe, soviel wusste er, doch er kam nicht voran. Es war, als versuche er durch zähen, klebrigen, hüfthohen Morast zu laufen, der ihn mit aller Macht zurückhielt.

Es dauerte eine Ewigkeit, bis er näherkam. Schließlich sah er dieses Arschloch über Kyle knien, das Messer hoch über dem Kopf. Es blitzte kurz auf, bevor er es in Kyles Körper rammte.

Dann ein markerschütternder Schrei.

 

„NEEEIN!“, brüllte Jason aus Leibeskräften und saß mit einem Ruck senkrecht im Bett. Er rang keuchend nach Atem, so als wäre er wirklich und wahrhaftig gerannt. Schweiß stand auf seiner Stirn, als er mit einem rasenden Puls zurück in die Kissen sank. Mit beiden Händen fuhr er sich durchs Gesicht und versuchte das Brennen in seinen Augen wegzublinzeln.

Wann er – abgesehen von gestern – zum letzten Mal geweint hatte, wusste er nicht mehr. Vielleicht vor Glück, als seine Tochter Ellie geboren wurde, aber das war über zwanzig Jahre her und sein Leben hatte sich seitdem drastisch verändert.

Er schloss die Augen wieder und sah Kyles Gesicht vor sich. Dieses junge, dynamische Gesicht mit den Grübchen und dem umwerfenden Grinsen des jungen Mannes, den er liebte und den er an seiner Seite wollte. Für immer.

Dann änderte sich das Bild, ob er wollte oder nicht, und er sah es geschwollen, verprügelt und blutig in den Kissen der Intensivstation. Das Brennen in seinen Augen wurde wieder stärker, diesmal schaffte er es nicht, seine Tränen zurückzuhalten. Schluchzend rollte er sich zusammen und vergrub sein Gesicht im Kissen.

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