Kyle & Jason - The Power of Love

Sie kamen mit quietschenden Reifen vor Kyles Haus zum Stehen. In der Ferne konnten sie bereits Blaulichter sehen. Der Notarzt würde ebenfalls gleich hier sein.

Jason rannte, drei Stufen auf einmal nehmend, voraus in den dritten Stock; Dave und die beiden Polizisten folgten ihm.

Sie klingelten Sturm.

„Geh zur Seite, wir treten sie ein!“, befahl Daniel, doch in diesem Moment öffnete Kyles Mutter die Tür.

„Was wollen …“, begann sie, doch schon ertönte ein verzweifelter Schrei und ein Brüllen.

Jason rammte sich seinen Weg frei, gefolgt von den anderen. Er ahnte, wo er hinmusste, doch Kyles Zimmertür war verschlossen.

„Machen Sie auf, Polizei!“, brüllte Mario, doch Jason konnte nicht warten und trat die Tür selbst mit einem gezielten Tritt auf.

„NEIN!“ Seine Stimme überschlug sich.

Brennon kniete über Kyle und Jason sah das Messer blitzen.

Kyles Schrei ging ihm durch Mark und Bein, als Brennon es ihm in den Körper rammte. Sekundenbruchteile später traf ihn Jason mit einem gezielten Tritt gegen die Schulter und Brennon flog seitlich von Kyle weg. Das Messer jedoch blieb grotesk in Kyles Oberkörper stecken.

Mario und Daniel waren sofort bei Brennon und hatten ihn in Sekundenschnelle unter Kontrolle.

Zeitgleich stürzten Dave und Jason zu Kyle, der entsetzlich zugerichtet war.

Kurz darauf rannten noch drei Polizisten herein, gefolgt von zwei Notärzten.

„Nehmt die Frau fest!“, rief Mario, als sie Brennon Handschellen anlegten.

„Keine Sorge, schon geschehen, sie wollte gerade abhauen!“

„Sie sind verhaftet wegen versuchten Mordes an Kyle Brennon.“

„Er verdient diesen Namen nicht!“ Brennons Stimme überschlug sich.

„Sie haben das Recht zu schweigen, alles was Sie von jetzt an sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden! Sie haben das Recht auf einen Anwalt, wenn Sie sich keinen Anwalt leisten können, wird Ihnen einer vom Staat gestellt.“

„Ich brauch keinen Scheiß-Anwalt!“, schrie Brennon. „Ich brauchʼ mehr Zeit, um das zu Ende zu bringen, was ich angefangen habe!“

„Jay“, murmelte Kyle mit blutüberströmtem Gesicht.

„Ich bin hier!“ Jason war neben ihm auf die Knie gefallen. „Es wird alles gut! Nicht bewegen, bleib ganz ruhig!“ Doch der letzte Satz war eher überflüssig, denn Kyle war in keiner Verfassung, sich auch nur ein klein wenig zu rühren.

Kyle röchelte und drohte immer wieder, das Bewusstsein zu verlieren. Seine Hände, Arme sowie seine Schulter und sein Oberkörper waren mit mehreren Schnittwunden verletzt. Sein Gesicht war geschwollen und blutig. Platzwunden am Haaransatz, an der Lippe. Blutergüsse.

© 2019 Andy D. Thomas - All rights reserved