Luke & Tim - Bound Passion

„Ich merk’s schon seit ’ner ganzen Weile“, brummte Tim, ohne aufzusehen. „Dachte aber, das vergeht wieder.“

„Und was heißt das jetzt? Es wird ihn umhauen? Schlechter Ort und Zeitpunkt dafür“, grummelte Jake.

„Meist gibt es sich von selbst nach ein paar Stunden. Aber bis dahin ist es besser, er legt sich einfach flach.“

„Wir haben aber keine paar Stunden! Das weißt du selbst genau!“ Jake deutete zum Himmel und stapfte dann zu Phil.

Die beiden Führer sprachen kurz miteinander und entschieden relativ schnell, dass einer von ihnen mit Tim hier auf halber Höhe in der einfachen Blockhütte bleiben sollte, bis es ihm besser ging, während der andere mit dem Rest der Gruppe weiter absteigen wollte. Hier waren sie geschützt und konnten zur Not die Nacht verbringen.

Derek und Bob, zwei von Tims engeren Freunden, wollten unbedingt bei Tim bleiben, doch die beiden Bergführer überzeugten sie rasch davon, mit abzusteigen, da die Hütte für vier Mann schlicht und einfach zu klein war.

Und so machten sie es dann auch.

Jake und Phil stützten Tim, so gut es ging, und führten ihn den kurzen Weg zur nahen Hütte.

„Nein … es … es geht schon! Ich brauch nur … ein paar extra Minuten“, brachte Tim mühsam hervor, doch dann versagten ihm die Beine erneut und seine Knie schlugen hart auf dem Dielenboden der Hütte auf.

„Ich schaff das schon“, sagte Jake zu seinem Kollegen. „Sieh zu, dass du mit den anderen hier wegkommst.“ Er sah besorgt auf die dunkler werdenden Wolken, die nun auch ihren Gipfel verhüllten. Mittlerweile war die Sonne dabei, hinter ihnen zu verschwinden.

„Okay. Du hast Funk? Handys kannst du hier vergessen.“

Sie überprüften ihre Funkgeräte und nachdem sie sich versichert hatten, dass sie funktionierten, verabschiedete sich Phil von Jake mit den Worten „Wir sehen uns morgen“ und ging zurück zur Gruppe, die kurz darauf eilig den weiteren Abstieg anging.

Jake sah ihnen nach, bis sie hinter ein paar Bäumen verschwunden waren, und betrat schließlich die Hütte. Er nahm seine Sonnenbrille ab und schloss die Tür.

Dann schaltete er sein Funkgerät auf eine andere Frequenz und drehte sich zu dem reglosen Tim um, der inzwischen auf dem Fußboden zusammengesackt war.

„Roger“, war das einzige Wort, das er in sein Walkie-Talkie sagte.

 

Als Tim die Augen wieder öffnete, hatte er nicht die entfernteste Ahnung, wo er sich befand, geschweige denn, wie spät es war.

Es war stockdunkel und er konnte nicht einmal einen Lichtschimmer erkennen. Sein Herzschlag verdreifachte sich angesichts dieser beängstigenden Situation, die Augen offen zu haben und trotzdem nichts zu sehen. Seine Kehle war wie ausgetrocknet. Er hatte keinen blassen Schimmer, was passiert war.

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