Luke & Tim - Bound Passion - Excerpt

Kapitel 1

Schicksalsberg

Timothy Carter befand sich zusammen mit acht Freunden aus seiner Eishockey-Mannschaft und zwei Bergführern auf einer seit Langem geplanten Bergtour. Die Gruppe wollte den Assiniboine Mountain einmal umrunden, der in Kanada an der Grenze zwischen den Bundesstaaten British Columbia und Alberta lag. Für diese Tour hatten sie drei Tage eingeplant.

Während die Männer unterwegs waren, nutzten ihre Freundinnen und Frauen die Zeit, ihrerseits ein gemeinsames verlängertes Mädels-Wochenende abzuhalten, darunter auch Tims Freundin Mary-Beth. Die Frauen hatten ihn und die Jungs winkend und umarmend verabschiedet und sich dann auf den Weg gemacht, um es sich in einem Wellness-Resort in dem Ort, an dem sie planten vom Berg zu steigen, richtig gut gehen zu lassen. Am späten Montagnachmittag würden sie alle wieder beisammen sein und dieses verlängerte Wochenende zusammen ausklingen lassen.

Doch für Tim hatte diese Tour noch eine andere, wesentlich tiefere Bedeutung, als nur ein paar Tage in der freien Natur zu verbringen.

Er wollte seinen Kopf freibekommen.

Ganz frei.

Er wollte sich endlich ein für alle Mal darüber klar werden, was er wollte. Und diese Bergtour schien geradezu ideal, um nachzudenken, da niemand seinen Atem für längere Gespräche verschwendete.

Dennoch hatte Tim einen kompletten Vormittag gebraucht, sich nicht mehr über das, was von ihm erwartet wurde, den Kopf zu zerbrechen, sondern sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was er sich wünschte, während sich ihre Gruppe über eine gemächlich ansteigende Hochebene langsam höher gearbeitet hatte.

Was wollte er wirklich tief in seinem Herzen?

Wollte er für immer und ewig mit einer Lüge leben, oder würde er den Mut haben, endlich das Leben zu führen, das er ersehnte?

Liebte er Mary-Beth?

Gute Frage.

Er war alles andere als begeistert gewesen, als er herausgefunden hatte, dass sich ihre Partnerinnen dazu entschlossen hatten, ihn und seine Freunde bis zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung zu begleiten. Ihm wäre es lieber gewesen, sie wären alle daheim geblieben und dort ausgegangen oder hätten zu Hause Party gemacht.

Mary-Beth war eine äußerst liebenswerte junge Frau. Ein toller Kumpel und eine Freundin, die ihn immer bei allem unterstützt hatte, was er tat. Selbst bei seiner Vorliebe fürs Eishockey, das er seit der Junior High spielte. Aber Liebe? Nein. Er mochte sie wirklich gerne, okay, aber es war keine Liebe.

Sie sah klasse aus, war groß, schlank, dunkelhaarig, humorvoll und liebevoll, einfach alles, was sich ein Mann wünschen konnte. Seit dem College waren sie ein Paar. Doch in letzter Zeit sprach sie immer öfter davon, mit ihm alt werden zu wollen. Mit ihm zusammenzuziehen. Eine Familie zu gründen. Ein Baby zu bekommen. Und dieser Wunsch ließ langsam, aber sicher Panik in ihm aufsteigen.

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